Kolumne von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ
13.02.2010
Beziehungstierchen und Sachfragenfresser tauchen überall dort auf, wo Menschen zusammenarbeiten. Die Beziehungstierchen sorgen dafür, dass Konflikte angesprochen werden. Sie kümmern sich darum, dass derjenige, der bei der Besprechung nicht dabei war, informiert wird. Sie fragen nach, wenn sie glauben, dass jemand einen Sachverhalt nicht verstanden hat. Manchmal bringen sie Obst oder Kuchen mit oder stellen Blumen auf den Tisch, um für eine gute Arbeitsatmosphäre zu sorgen. Die Sachfragenfresser bringen die neuen Ideen, sie strukturieren die Inhalte. Sie bringen die Arbeitsthemen voran und befeuern die Lösungen. Jetzt könnte man ja denken: Die Sachfragenfresser sind wichtiger, weil sie die Probleme wegputzen. Die Wahrheit ist: Jeder Mensch ist Beziehungstierchen und Sachfragenfresser in einem - in unterschiedlicher Ausprägung. Welche Seite in einem stärker angesprochen wird, hängt ab von der Zusammensetzung der Arbeitsgruppe, dem Arbeitsauftrag und der Situation. Wenn die Beziehungstierchen ganz fehlen, wird ohne Rücksicht auf die Tagesordnung abgearbeitet. Dabei geht irgendwann die Arbeitsfreude verloren. Dort, wo nur für Atmosphäre gesorgt wird, kommt die Arbeit nicht voran - und das ist auch demotivierend. Es kommt, wie so oft im Leben, auf die richtige Mischung von Beziehungstierchen und Sachfragenfressern an.