Kolumne von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ 08.08.2009
Kurzfristige Stress-Situationen fordern uns zwar, lassen danach aber wieder eine Erholungsphase zu. Belastend sind Zustände von Dauerstress. Dabei ist Stress an sich ist etwas Positives und gehört zur Entwicklungsgeschichte. Unsere Vorfahren waren vielen lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt und mussten in Sekundenschnelle entscheiden und reagieren. Diese physiologischen Zusammenhänge erleben wir heute noch: Der Eustress ist anregend und beflügelt, er weckt Stolz, wenn etwas Schwieriges gemeistert wurde. Der Distress wird als belastend erlebt. Als Dauerzustand kann er sogar zu Krankheiten führen. Dagegen – auch vorbeugend – helfen gezielte Entspannungstechniken. Wichtig ist auch, Pausenzeiten einzuhalten, Bewegung und frische Luft statt Computerspiele, wenig Kaffee, mehr Obst und weniger Süßes am Arbeitsplatz zu essen. Beruflicher Stress lässt sich nicht dauerhaft verhindern, doch durch gezielte Reflexion, das Erarbeiten von Handlungsalternativen, Ritualen und passenden Techniken können belastende Situationen regelrecht „ent-stresst“ werden.