von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ 08.05.2010
„Kunst sollte die Seele befreien, die Fantasie herausfordern und die Menschen ermutigen weiter voran zu schreiten.“ Das sagt der Künstler Keith Haring, der mit seinen Strichmännchen, Symbolen und Piktogrammen auf Tassen, T-Shirts oder Kladden Kunst für alle zaubert. Keith Haring hat Aids. Er hat diese niederschmetternde Diagnose in eine Perspektive verwandelt. Er engagiert sich, Menschen über Ursachen und Folgen der Krankheit aufzuklären. Wir Menschen brauchen Perspektiven, um unserem Alltag, dem Privat- und Berufsleben eine Richtung zu geben. Auch wenn die Zeiten in den Firmen nicht rosig erscheinen: Es ist wichtig, sich eine Perspektive zu verschaffen. Das führt ein Ziel vor Augen, für das sich Anstrengung lohnt. Solche Perspektiven fallen nicht vom Himmel, sie muss man sich mit Kollegen und Leitungskräften zusammen erarbeiten. Dann kann Arbeit auch in schwierigen Zeiten Sinn machen. So hat eine Abteilung eines Unternehmens beschlossen: „Wir sind besonders aktiv in der Akquise neuer Kunden, obwohl das Unternehmen gerade nicht gut dasteht.“ Diese Gruppe hat entschieden: „Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir engagieren uns für unsere Arbeitsplätze.“ Jeder neue Kunde wird mit einem dicken Punkt auf der Pinnwand im Büro markiert. Wie immer der Kampf ausgeht: Der neue Schwung entstand durch eine neue Perspektive.