von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ 25.04.2009
Was Du nicht willst …
Jeder kennt das: Man ärgert sich so richtig über einen Kollegen. Zum Beispiel darüber, dass man selbst eine tolle Idee und ein gutes Konzept erarbeitet hat, und dann irgendwie alles anders läuft als geplant. Denn der Kollege hat einfach schon mal allein angefangen zu arbeiten – leider so gar nicht nach Absprache und überhaupt ganz anders, als man selbst es gern hätte. Und jetzt? Ab in die Ecke und schmollen, oder wie geht es nun weiter? Niemand hat gern Konflikte, die meisten fürchten sich vor Verletzungen durch harte Worte, nehmen es persönlich. Aber: Wer sich nicht mehr auseinandersetzt, entwickelt sich nicht weiter. Dann ist Funkstille und die ist für jede Beziehung, ob privat oder im Arbeitsalltag, tödlich. Konflikte gehören zum Leben, sie brauchen allerdings immer einen konstruktiven Rahmen. Damit aus sinnloser Streiterei eine fruchtbare neue Situation entstehen kann. Jeder sieht die Welt mit seinen Augen und bewertet sie auf seine Art – das zu akzeptieren ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Im konkreten Fall hilft also nur, mit möglichst wenig Vorwurf zu fragen: „Hast du meinen Plan nicht gesehen oder wieso hast du schon angefangen?“ Und das Ergebnis kann überraschen: Der Kollege hatte den Plan gesehen, aber nicht verstanden. Er meinte es gut, denn er fing schon mal an zu arbeiten, damit das Team keine Zeit verliere. Ohne darüber zu sprechen, hätte sich der Ärger nur aufgestaut. So aber kann gemeinsam das weitere Vorgehen besprochen werden.
© moewe, 2012