Ein Leben lang lernen

Kolumne von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ 31.10.2009

Sicher gibt es in einer sehr armen Region Brasiliens eine Schule, in der Erwachsene mühevoll Lesen und Schreiben lernen, weil es ihnen in ihrer Kindheit nicht möglich war. Sie nehmen weite Wege und Unannehmlichkeiten in Kauf, um ihre Schule am Wochenende besuchen zu können. Sie sind stolz und froh, endlich selbst lesen zu können. Wie anders ist das oft in Deutschland, einem Land, in dem es selbstverständlich ist, dass jedes Kind ein Recht auf Schulbildung hat. Und junge Erwachsene einen Beruf erlernen können. Außerdem dachte man vor einigen Jahren  noch: Einmal einen Beruf erlernt, das reicht fürs ganze Leben. Weit gefehlt! Man kann sich nicht zur Ruhe setzten und sagen, Schule und Ausbildung sind abgeschlossen. Denn: Wer hat schon vor 15 Jahren vermutet, dass fast die gesamte Geschäftspost und Dateiverwaltung in naher Zukunft nur noch elektronisch bearbeitet würde? Viele Computerkenntnisse eignen sich Berufstätige im Alltag fast nebenbei an. Aber es gibt einiges in der täglichen Arbeit an Wissenswertem und an Inhalten zu lernen, die einem nicht nebenbei zufliegen – die aber immens wichtig sind. Stupides Pauken ist passé. Lernen ist eine tolle Entwicklungschance und kann richtig Spaß machen, wenn die eigene Neugier und die bisherigen Erfahrungen gewürdigt werden, wenn Kontakt zu Gleichgesinnten hergestellt wird. Die eigenen Möglichkeiten nutzen und folgenden Satz vergessen: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

 
 

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