Kolumne von Lioba Heinzler, erschienen im RGA und der WZ 17.04.2010
Es gibt unzählige Ratgeber und Seminare, die helfen sollen, den Arbeitsplatz zu organisieren oder mit der Zeit besser umzugehen. Noch vor wenigen Jahren war man sich einig, dass es nur die richtige Technik brauchen würde, um das Chaos zu beherrschen. Dies hat sich grundlegend geändert. Inzwischen haben die meisten Ratgeber verstanden: Es liegt nicht in der Macht des einzelnen Individuums, dass diese Welt verrückt worden ist. Die Schnelligkeit und die komplexen Anforderungen haben sich so vervielfacht, dass gerade diejenigen die Verzweifeltesten sind, die gewohnt waren, alles sofort und gewissenhaft am selben Tag abzuarbeiten: Es ist bei der besten Technik und der pflichtbewusstesten und diszipliniertesten Arbeitshaltung nicht mehr zu schaffen. Die Tage häufen sich, an denen es gleichgültig scheint, mit welcher Arbeit am Morgen begonnen wird: Sie haben morgens schon verloren, weil es einfach nicht zu packen ist. Sicherlich ist es auch ein gewisser Luxus, wenn man auswählen kann, welche der vielen anstehenden Projekte und Arbeit man heute liegen lassen kann. Doch der Arbeitszufriedenheit dient es nicht. So wird es immer entscheidender, mit diesen Anforderungen zu jonglieren und täglich immer wieder Prioritäten zu setzen. Und dabei die für das Liebesglück Entscheidende nicht zu vergessen: rechtzeitig Feierabend zu machen!