von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ 07.03.2009
Zusammen arbeiten ist wie zusammen singen. Wer im Chor singt, kennt das: Dem Chorleiter platzt mal wieder der Kragen, weil die Stimmen nicht genügend aufeinander achten und sich der „Star-Tenor“ denkt, er habe gerade eine Solopartie. In solchen Momenten kann man schnell das ganze gute „Wir-Gefühl“ verlieren, das sonst in einem Chor so wichtig und unverzichtbar ist. Sänger, die ihre Sangesgenossen gut im Ohr und ihren Chorleiter immer im Blick haben, kennen das gute Gefühl einer gelungenen Chorprobe. Wer im Zusammenspiel der Stimmen die eigene Rolle behält, kommt letztendlich auch beflügelt aus einem harmonischen Konzert – dem Ziel der vielen Proben. Das ist in der Firma ähnlich: Sind die Rollen und Aufgaben aller Mitarbeiter klar, und stimmen sie sich gut aufeinander ab, dann läuft die Arbeit wie am Schnürchen. Aber: Wer versucht, Gedanken zu lesen anstatt sich mit seinen Kollegen abzusprechen, wird wohl nicht ans Ziel kommen. Oder wer nur seine Lieblingsaufgaben erledigt, das Unangenehme liegen lässt, und dabei das Gesamte nicht im Blick behält, der verliert ein wichtiges Erlebnis: Das „Wir schaffen das zusammen“-Gefühl. Hier ist zusammen arbeiten wie zusammen singen – es geht nur miteinander. Nicht allein, und schon gar nicht gegeneinander. Und dieses angenehme „Wir-Gefühl“ trägt dazu bei, dass man seine Arbeitsfreude behält.
© moewe, 2012