Kolumne von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ
27.03.2010
Kein Feuer mehr in sich verspüren, bleierne Müdigkeit und Erschöpfung, Verzweiflung und Depression sind Symptome einer modernen, wirklich schweren Krankheit: Burnout. Ansteckung besteht immer dort, wo von Menschen viel gefordert wird oder wo Menschen viel zu viel von sich selbst fordern. Damit ist nicht zu spaßen. Burnout braucht ärztliche und psychotherapeutische Behandlung. Doch schon im Vorfeld kann allerhand getan werden, damit es nicht so weit kommt. So, wie man sich ja auch vor einer Erkältung schützt: sich körperlich abhärten, die Abwehrkräfte mobilisieren und beim Kontakt mit anderen Schnupfnasen aufpassen. Auch gegen Burnout lassen sich die Abwehrkräfte aufbauen: gut auf sich selbst aufpassen, eigene Grenzen erkennen und auch ernst nehmen, sich Unterstützung suchen, Warnsignale nicht ignorieren, sondern im Zweifelsfall die Notbremse ziehen. Sätze im Kopf wie „Ich muss immer einen Schritt besser sein“, „Wenn ich die Aufgabe nicht auch noch übernehme, dann werde ich nicht mehr gemocht“ sind kleine Hinweise, auf Überforderungssituationen gut acht zu geben. Burnout-Schnupfnasen können die Arbeitsbedingungen sein. Dann sind Führungskräfte gefragt, zusammen mit den Mitarbeitenden Bedingungen zu überprüfen und wenn notwendig Abhilfe schaffen. Kranke Mitarbeiter nützen niemanden. Hier helfen nur offene Worte, damit es gar nicht erst so weit kommt.