Angst braucht Mut

von Sabine Wengelski-Strock, erschienen im RGA und der WZ 04. Dezember 2010

Der brasilianische Schriftstelle Paulo Coelho sagt: „Mut heißt nicht, keine Angst zu haben, sondern sich von ihr nicht lähmen zu lassen.“ Im Arbeitsleben fühlen Menschen gerade heute oft lähmende Angst - Angst vor Fehlern, vor mobbenden Kollegen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. Raus aus der Lähmungsfalle heißt hier: sich so gut wie möglich informieren und mit anderen Menschen darüber sprechen. Dann wird sofort klar: Niemand steht mit seinen Gefühlen und Gedanken alleine da. Der Kopf gehört nicht in den Sand, sondern nach oben. Mit dem Blick in den eigenen Werkzeugkoffer werden die persönlichen Stärken und Kräfte wieder bewusst. Jeder Mensch verfügt über Mittel, die in schwierigen Situationen den eigenen Mut stärken und die Handlungsfähigkeit wieder wecken. Das können sein: Solidarität, Mitstreiter haben, eine deutlichere Perspektive auf mögliche Konsequenzen, Klarheit in den eigenen Zielen, gute schriftliche Vorbereitung auf angstmachende Situationen und realistische Schritte planen. Konkret heißt es dann: Tief durchatmen und handeln. Nicht zuletzt hilft, die eigenen Grenzen zu erkennen und in diesem Rahmen das zu tun, was möglich ist. Dann ist die Angst zwar nicht weggeblasen, aber Mut ist gewachsen. Und mit Mut lässt sich das Leben wieder in die eigene Hand nehmen. 

 
 

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