Kolumne von Lioba Heinzler, erschienen im RGA und der WZ 19.09.2009
„50plus-Mitarbeiter“ sind ein Schatz für jedes Unternehmen. Eigentlich wissen wir alle, dass die Erfahrung von älteren Mitarbeitern für jedes Unternehmen von unschätzbarem Wert ist. Was Junge durch neuestes Fachwissen und Elan zu regeln versuchen, meistern die Älteren mit souveräner Gelassenheit und ihrem jahrelangen Erfahrungsschatz. Wie erklärt es sich sonst, dass die entscheidenden Positionen weitgehend der 50plus-Generation vorbehalten sind? Angela Merkel ist nicht nur die erste Frau auf dieser Position, sondern auch die jüngste. Da flattert mir als Geschäftsführerin unserer Firma vor einigen Tagen eine Initiativbewerbung per Mail auf meinen Bildschirm: Mitte 50, jede Menge Erfahrung in verschiedenen Bereichen, hat mutig auch irgendwann in eine andere Sparte gewechselt. Die Bewerbung zeigt, dass jemand sauber und gewissenhaft arbeiten kann. Der Lebenslauf verrät, dass er kreativ ist, mitdenkt und für die Herausforderungen des Lebens innovative Lösungen findet. Doch er sucht seit mehr als einem Jahr eine neue Stelle. Bisher hat er nur Absagen erhalten. Wie passt dieses Phänomen mit den Erkenntnissen zusammen, die auch Umfragen und Untersuchungen bestätigen? Sicherlich ist es auf dem Arbeitsmarkt im Moment eng. Doch gerade weil die Krise deutlich macht, dass das alte System nicht mehr funktioniert, braucht es andere Konzepte, mutige Entscheidungen und auch quer denkende Mitarbeiter. Für ungewöhnliche, mutige Menschen braucht es auch die passenden Unternehmen. Doch die scheint es viel zu selten zu geben