Mein Pflegekind ist hochproblematisch! Was ist los, wenn Liebe und Struktur nicht ausreichen?

Ein Pflegekind wird nicht als Pflegekind geboren, sondern es wird dazu gemacht. Kinder geraten in ihren Familien in Not, weil ihre Eltern, aufgrund ihrer eigenen Lebensproblematik, ihren Kindern keine verlässlichen Eltern sein können. Wenn die Hilfen durch Jugendämter nicht greifen, wird es nötig, für diese Kinder einen neuen, guten Lebensraum zu finden.

Kinder haben ein Recht darauf, in einer Familie aufzuwachsen. Für Pflegeeltern ist diese Aufgabe nicht einfach. Pflegekinder benötigen eine besondere Begleitung und Unterstützung. Sie haben in ihrer Herkunftsfamilie Vernachlässigung erlebt, Gewalt oder Missbrauch erfahren. Die emotionalen Erfahrungen der Kinder prägen ihre Überlebensmuster. Diese Muster bringen die Kinder mit in die neue Familie. Pflegeeltern werden oft mit Verhaltensweisen konfrontiert, die sie an ihre physischen und psychischen Grenzen bringen.

Mit der Aufnahme eines Pflegekindes öffnet sich die Familie nach außen. Um das Pflegekind herum gibt es die Herkunftsfamilie, zu der das Kind Kontakte pflegen soll; das Jugendamt, mit dem sich die Pflegeeltern absprechen müssen; eventuell Gerichte und Anwälte. Je nach Entwicklungsstand des Kindes hat die Familie mehr als bisher mit Schulen, Schulamt, Frühförderung, Gesundheitsamt, Therapeuten und Ärzten zu tun. Die Beziehungen zu Verwandtschaft und Freunden verändern sich.

Pflegeeltern brauchen viel Kraft, ständig neue Ideen, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich beraten zu lassen, sowie das eigene Verhalten zu reflektieren. 

 

 

© moewe, 2012