von Lioba Heinzler, erschienen im RGA und der WZ 21. August 2010
Warum eigentlich dieses intensive Erleben des eigenen Lebens auf die wenigen Tage des Urlaubs beschränken? Wer dieses Leben mit seinen Impulsen und Facetten vom Urlaubsort mitnimmt, verändert auch das Lebensgefühl bei der Arbeit. Und wenn es nur für einige Augenblicke am Tag möglich sein sollte: Es lohnt sich, die Lebendigkeit und Direktheit des Sommers mit in den Arbeitsalltag zu nehmen. Und keine Angst: Gute Chefs wissen, dass lebendige Mitarbeiter bessere Arbeitsergebnisse liefern und verbindlichere Kundenkontakte gestalten, weil sie mit Kopf, Herz und Händen bei der Arbeit sind und nicht einen Teil ihrer Lebendigkeit verleugnen müssen. Jeder Mensch sollte sich im Leben und auch bei der Arbeit entscheiden, ob Spaß oder Recht Überhand nehmen sollen. Beides zusammen geht nicht. Wer sich für den Spaß entscheidet, nimmt den Sommer durch das ganze Jahr hindurch mit. Wer sich aber für das Recht entscheidet, bei dem zieht schon bald wieder Eiseskälte an seinen Arbeitsplatz ein. Nur wer auch mal alle fünfe gerade sein lassen kann und lieber die Herausforderungen mit Humor und Freude nimmt, kommt mit weniger Aufwand ans Ziel als die verkniffenen Rechthaber. Denn wer immer nur Recht haben will, dreht sich im Kreis – das lässt nur wenige Aussichten zu. Niemand kann dem Leben mehr Zeit geben. Aber jeder kann der Zeit mehr Leben geben. Egal wann und egal wo. mehr »